Segen für Hund und Esel
Erste Tiersegnung in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt – offen für alle
Tierisch gut ging es zu: Genau zum 800. Todestag des heiligen Franziskus von Assisi lud die Pfarrei Mariä Himmelfahrt am Samstagvormittag erstmals zu einer Tiersegnung ein. Bei zunächst bedecktem, aber mildem Wetter fanden sich rund zehn Vierbeiner, vom Hund bis zu zwei Eseln, mit ihren Menschen ein und ließen sich den Segen zusprechen. Gerade in einer Region, in der Haus- und Nutztiere zum Alltag gehören, war das ein willkommener neuer Impuls.
Pfarrer Besold und der Pfarrpraktikant leiteten die Andacht. Im Mittelpunkt stand die Legende vom Wolf von Gubbio: Ein Wolf versetzte die Stadt in Angst, und niemand wagte sich vor die Tore. Franziskus aber ging ihm furchtlos entgegen und sprach ihn als „Bruder Wolf“ an. Er schloss mit ihm Frieden: Der Wolf ließ die Menschen in Ruhe, und die Bewohner gaben ihm dafür zu fressen. Zwei Jahre lebte er friedlich unter ihnen. Die Geschichte erinnert uns daran, dass auch Furchterregendes anders behandelt werden kann als mit Gewalt, im Umgang mit Tieren wie mit Mitmenschen. Und sie zeigt: Der Mensch ist nicht nur Herrscher über die Schöpfung, sondern ein Teil von ihr, mit einer Verantwortung, die heute aktueller ist denn je.
Es wurde gesungen und gebetet, dann folgten der allgemeine Segen und die Einzelsegnung. Ob Hund oder Esel: Der Segen galt allen, auch denen, die dem Weihwasser mit gesunder Skepsis begegneten. Zum Ende kam sogar die Sonne heraus, und gestärkt ging es wieder nach Hause.
Ein herzliches Vergelt’s Gott allen, die diese Feier möglich gemacht haben: der Mesner, die musikalische Begleitung und zwei Ministranten. Der Anfang ist gemacht, und wir freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr, gern auch mit Katzen, Pferden und allem, was Fell, Federn oder Hufe hat. Die Tiersegnung steht allen offen, unabhängig von der Konfession.
Text: Dr. Alexandre Mantion

