HERZLICH WILLKOMMEN

Ausstattung der Pfarrkirche

 


 

Die Kirchenausstattung ist vielfach nicht ursprünglich Erbendorf. Das ist zu erklären durch die großen Brände und die darauffolgende Armut der Stadt. Die Ausstattung stammt größtenteils aus Kirchen, die der Säkularisation um 1803 zum Opfer fielen. Der Hochaltar, das Orgelgehäuse, die Kommunionbank und das Kirchenpflaster befanden sich bis 1082 in der Franziskanerkirche in Kemnath, die beiden Seitenaltäre und die drei Beichtstühle standen bis 1084 in der Kirche zu Barbaraberg, das Kreuz an der rechten Außenwand stammt aus dem Klostergang in Speinshart.

 


 

Der Hochaltar

Der Hochalter war von jeher ein Marienaltar. Ein stattlicher Barockbau, vier Säulen, zwei lebensgroße Heiligenstatuen: Links Johannes der Täufer, rechts Sebastian. Ein besonderes Stück ist der Tabernakelaufbau, die Ähren: Sinnbild des hl. Brotes, der Hostie, die Reben und Trauben, Spender des Weines, Sinnbild des hl. Blutes. Diese Ausführung stammt aus der Renovierung 19490, ebenso der Panzertabernakel im Hochaltar. Im Reliquienschrein auf der vom Volk aus rechten Seite sind die Gebeine der Hll. Märtyrer Amanda, Tranquillus, Clarus, Benedictus, Fortunata, auf der anderen Seite Tranquillus, Anastasius, Benedicta, Candidus, Januarius. Auf die Reliquienschreine kann man für die hohen Festtage Bilder aufsetzen: Mariä Himmelfahrt - Christi Himmelfahrt, Anbetung der Hirten - Anbetung der Weisen, Mariä Verkündigung - Mariä unbefleckte Empfängnis. 1833 wurde ein neues Altarbild gestiftet: Mariä Himmelfahrt. Da die Protestanten Einspruch erhoben, wurde 1849 das Altarbild "Christi Himmelfahrt" angeschafft und für die evangelischen Gottesdienste gewechselt. Das Bild "Mariä Himmelfahrt" war allerdings nicht schön, darum wurde 1851 ein neues angeschafft. Maler war der Münchener Kunstmaler Ulrich Halbreiter.

 


 

Der linke Seitenaltar

Beide Seitenaltäre sind bewegtes Rokoko. Der linke Seitenaltar war immer schon der Altar der "Corporis-Christi-Bruderschaft", daher das Altarbild, jetzt die Szene von Emmaus, wie sich Christus den beiden Emmausjüngern durch das Brotbrechen zu erkennen gibt, früher das hl. Abendmahl. Das Altarbild ist ein fenies, auch künstlerisch wertvolles Werk des Regensburger Malers Josef Altheimer. Über dem großen Altarbild ist ein kleineres, wertvolles Gemälde: Christus am kreuz, wahrscheinlich auch von Altheimer, die zwei Seitenfiguren Johannes Nepomuk und (Dominikus oder) Franz Xaver. Am Altartisch eine Darstelung des Herzens Mariens, die sieben Schmerzen, die wie Schwerter ihr herz durchdringen, mit der Umschrift: "O per en ses hos doloris transfigem tis animam, fac me firmet vs amoris mortis ad victoriam." (= "Oh, durch diese Leidensschwerter, die dir durch die Seele gehen, mach, dass Liebeskraft mich stärke, auch im Tod den Sieg zu sehn.")
Aus dem Herz Mariens entspringt wie aus einem Springbrunnen die Quelle ewigen Wassers, die fortfließt ins ewige Leben ("Vena perensis aquae salientis in vitam aeternum"). Wie aus dem schwertdurchbohrten Herz Mariens das Wasser fließt und dadurch begossen aus dem kreuztragenden (links) und dornengekröntem Herzen (rechts) die üppigen Lebensbäume sprießen, so wird aus dem mit Gottes Augen gesehenen und marienhaft ertragenem Leid Lebenskraft entsprießen, nicht bloß für diese Erde, sondern der Ewigkeit.

 


Der rechte Seitenaltar

Der rechte Seitenaltar entspricht dem linken. Das Altarbild, ein wertvolles Gemälde, nach der Aufschrift links unten 1691 entstanden oder gestiftet, nach dem Wappen und der Krone zu schließen gestiftet von einer Adelsfamilie (?). Es stellt die heilige Familie dar, in der Maria das Kind ist: Mutter Anna, Maria und der Vater Marias, der hl. Joachim, wie der Engel und selbst die gerade mit Früchten beschäftigte Dienstmagd der Unterhaltung lauschen. Das kleine Bild darüber stellt die hl. Margareta, Jungfrau und Märtyrerin dar, eine der 14 Nothelfer, wie sie den Satan in Gestalt eines Drachen mit dem Kreuz überwältigt hat und nach ihrem Willen an der Kette führt.

Linker Seitenaltar

Linker Seitenaltar

Rechter Seitenaltar

Rechter Seitenaltar


Die Kanzel

Die Kanzel wurde vor gut 150 Jahren angeschafft durch die katholische Gemeinde. Diese ist im Stil des Rokoko gehalten. Außerdem ist diese in der richtigen Höhe angebracht. Der Schalldeckel gibt eine gute Akustik. Die Tafel an ihm: Verbum Dei = Wort Gottes. Über der Kanzel: Mose, der die Gebote auf steinernen Tafeln von Gott erhält, lehrt und durchsetzt. Es fehlt etwas in dem Rahmen an der Kanzel: Die vier Evangelisten. Sie befanden sich bis 1899 auch hier. Seitdem sind sie in der Kirche in Ebnath.


Die Beichtstühle

Die Beichtstühle sind im Stil des leichten Rokoko gehalten. Sie wurden bei der Renovierung 1940 vergrößert und verschlossen gemacht unter Wahrung des ganzen Stils.


Die Statuen im Kirchenschiff

Die Herz-Jesu-Statue wurde 1916 eingeweiht. Sie ist das Werk eines Bildhauers in St. Ulrich im Grödnertal (Südtirol).

Der Taufstein ist ein zierliches Stück. Auf dem Deckel ist Johannes der Täufer dargestellt.

Die Stangenmadonna an der Emporenbrüstung ist um 1700 entstanden. 50 cm hoch stellt sie Maria mit dem Jesuskind dar, das mit göttlicher Herrschergebärde (rechte Hand) in die Welt sieht und in der linken Hand die Weltkugel trägt. Maria trägt die Krone der Himmelskönigin und das Zepter der Weltfürstin. Sie setzt ihren Fuß auf den Halbmond, ein Zeichen, das bei der Entstehung der Figur noch ganz aktuell war, nachdem erst Jahre zuvor auf die stürmischen Bitten der ganzen katholischen Christenheit Europas hin unter Mariens sichtlichem Beistand die furchtbare Türkengefahr in mehreren Siegen überwunden worden war. Diese kleine Madonna ist Jungfrau, Mutter Königin. Sie ist unsere katholische Madonna.


Ebenso gefasst, ebenso zierlich, ebenso liebevoll ist die Madonna über der Sakristei.

Die zwei Statuen an den Seitennischen der Rückwand sind der hl. Donatius und der hl. Wendelin. Sie standen bis 1899 auf dem Hochaltar, kamen dann in den Besitz des Redemptoristenklosters in Cham und stehen seit 1925 wieder renoviert in unserer Pfarrkirche.


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